«Welche Marketingberatung in Zug kannst du empfehlen?» Wer diese Frage in ChatGPT tippt, bekommt keine Liste mit zehn Links, sondern zwei, drei Namen mit Begründung. Für Unternehmen ist das Chance und Risiko zugleich: Wer genannt wird, gewinnt Vertrauen. Wer fehlt, existiert in diesem Moment nicht.
Menschen nutzen ChatGPT jede Woche.
Quelle: OpenAI DevDay 2025, via TechCrunchZwei Wissensquellen: Gedächtnis und Live-Suche
KI-Assistenten antworten aus zwei Quellen. Erstens aus ihrem Trainingswissen, also allem, was sie bis zu einem Stichtag gelernt haben. Zweitens aus einer Live-Suche im Web, die sie bei aktuellen oder lokalen Fragen starten. Für KMU ist die zweite Quelle entscheidend, denn dort kannst du heute etwas verändern.
- 01Frage verstehenDie KI zerlegt die Frage in mehrere Suchanfragen, etwa «Marketingberatung Zug», «KMU Marketing Sparring».
- 02Im Web suchenSie durchsucht einen Suchindex. ChatGPT nutzt dafür eigene und externe Suchdienste, Googles KI den Google-Index.
- 03Quellen auswählenAus den Treffern wählt sie Seiten, die die Frage klar und glaubwürdig beantworten.
- 04Antwort schreibenSie fasst zusammen, nennt Anbieter und verlinkt oft die Quellen.
Was die KI an einer Quelle mag
- Klare Antworten: Seiten, die eine Frage direkt beantworten, lassen sich leicht zitieren. Vage Werbetexte nicht.
- Konkrete Fakten: Ort, Angebot, Zielgruppe, Preise oder Konditionen. «Marketing-Sparring für KMU in der Zentralschweiz» ist zitierfähig, «Innovative Lösungen» nicht.
- Bestätigung von aussen: Wenn Verbände, Medien, Bewertungen und Verzeichnisse dasselbe über dich sagen wie deine Website, steigt das Vertrauen.
- Aktualität: Gepflegte Seiten und aktuelle Daten werden bei Fragen mit Zeitbezug bevorzugt.
Reicht ein gutes Google-Ranking?
Ein gutes Ranking hilft, garantiert aber nichts. Ahrefs hat 2026 rund vier Millionen Quellen aus Googles KI-Übersichten ausgewertet. Nur ein Teil davon stand für dieselbe Suchanfrage auch in den Top 10:
Ranking der zitierten Seite bei Google für dieselbe Suchanfrage. Analyse von 863’000 Suchbegriffen.
Quelle: Ahrefs, März 2026Die KI sucht also breiter als die klassische Trefferliste. Sie stellt Teilfragen, findet dabei auch Seiten auf hinteren Plätzen und wählt die, die eine Teilfrage am besten beantworten. Gute Nachricht für KMU: Auch ohne Platz 1 kannst du zitiert werden, wenn deine Seite eine konkrete Frage besser beantwortet als andere.
Technik: Lass die KI überhaupt rein
KI-Suchen nutzen eigene Crawler. OpenAI etwa unterscheidet zwischen dem OAI-SearchBot, der Seiten für die Suche in ChatGPT erfasst, und GPTBot, der Inhalte für das Training sammelt. Wer in ChatGPT-Antworten auftauchen will, sollte den OAI-SearchBot in der robots.txt nicht blockieren. Das Training kannst du trotzdem separat ausschliessen.
So wirst du zur Quelle: 5 Schritte
- Eine Seite pro Angebot, mit Ort, Zielgruppe und Nutzen in den ersten Sätzen.
- Fragen als Überschriften, darunter die Antwort in zwei, drei Sätzen.
- Fakten konsistent halten: Name, Adresse, Angebot auf Website, Google-Profil, local.ch und LinkedIn gleich.
- Erwähnungen sammeln: Verbandsmitgliedschaften, Fachartikel, Partnerseiten, Interviews.
- Bewertungen mit Inhalt: Bitte Kundinnen, konkret zu schreiben, wobei du geholfen hast. Das liest auch die KI.

